Richtig die Körpertemperatur messen

Beim Menschen gibt es verschiedene Möglichkeiten die Körpertemperatur zu messen. Bei Katzen ist es etwas schwieriger, vor allem, wenn Deine Katze sich nicht gern behandeln lässt. Ist Deine Katze krank oder geht es ihr sowieso schon nicht gut, kann sie das Temnperaturmessen als zusätzliche Beeinträchtigung empfinden und sich dagegen wehren. Zum Fieber messen benötigst du ein Fieberthermometer. Dabei solltest Du ein digitales vorziehen. Diese sind einfacher zu handhaben und die Messung geht damit schneller. Für die rektale Messung wird das Thermometer in den After der Katze eingeführt. Um die Spitze des Thermometers gleitfähig zu machen kannst du Vaseline, Melkfett oder ähnliches verwenden. Um Deine Katze abzulenken oder zu belohnen kann die Verwendung von Leckerlis hilfreich sein. Es ist sinnvoll das Fieber messen mit Deine Katze zu üben, auch wenn sie nicht akut erkrankt ist. Damit wird das Messen der Körpertemperatur im Krankheitsfall leichter und außerdem kannst Du besser einschätzen, um wie viel die Temperatur zu hoch ist, wenn Du die Normaltemperatur Deiner Katze kennst. Allgemein liegt die Körpertemperatur von Katzen zwischen 38 und 39 Grad. Damit ist sie höher als die Normaltemperatur von Menschen.Besorge Dir am besten ein Thermometer extra für Deine Katze und verwende für Dich oder andere Familienmitglieder ein anderes. Es gibt inzwischen auch Ohrthermometer für Haustiere, die Anwendung ist aber schwieriger und die Messergebnisse sind nicht so genau.

Fieber messen üben

Um das Fieber messen zu üben, machst Du die Spitze des Thermometers mit Gleitmittel gleitfähig. Danach rufst Du Deine Katze und bringst sie dazu, sich zu entspannen und vielleicht sogar hinzulegen. Rede dabei beruhigend mit ihr und streichle sie, besonders im hinteren Bereich. Sie soll dabei das Anfassen am Hinterteil lernen. Hebe schließlich ihren Schwanz an und führe das Thermometer etwa 2,5 cm weit in den After ein. Wichtig ist, das die Metallspitze vollständig eingedrungen ist. Mit der Hilfe von Leckerlis kannst Du das Fieber messen für Deine Katze mit etwas Positivem in Verbindung bringen. Wenn das Thermometer piepst, entfernst Du es und liest die Temperatur ab. Möchtest Du mehr über die Normaltemperatur Deiner Katze herausfinden, notiere Dir den Wert und führe mehrere Messungen durch. Sinnvoll ist dabei ein Messen an verschiedenen Tagen, Uhrzeiten und bei unterschiedlicher Beschäftigung. Die Körpertemperatur ist auch abhängig vom Aktivitätslevel einer Katze. Deshalb können sich die Werte nach dem Fressen, Spielen oder Schlafen unterscheiden. Wenn Du mehrere Messwerte gesammelt hast, kannst Du leichter erkennen, wann Deine Katze wirklich erhöhte Temperatur hat. Bei einer kranken Katze kann es schwieriger sein, ihre Temperatur zu messen. Deshalb solltest Du Dir, wenn möglich, einen Helfer holen, der die Katzen festhält oder ablenkt, während Du die Temperatur misst.

Fieber: Diese Arten gibt es

  1. Eintägig erhöhte Temperatur
    Ephermes Fieber dauert nicht länger als einen Tag. Es kann ein Symptom einer plötzlichen kurzzeitigen Erkrankung sein. Hält die Temperaturerhöhung nicht länger als einen Tag an und geht es der Katze danach wieder gut, ist der Besuch eines Tierarztes nicht unbedingt notwendig.
  2. Akutes Fieber
    Die Temperatur ist länger als eine Woche erhöht, aber nicht länger als 14 Tage. Dies ist eine Begleiterscheinung von Infektionskrankheiten. Dauert die Temperaturerhöhung länger, ist der Arztbesuch in jedem Fall sinnvoll und notwendig um die Grunderkrankung herauszufinden und zu behandeln.
  3. Subakutes Fieber
    Es dauert zwischen 2 und 3 Wochen und begleitet länger anhaltende Erkrankungen.
  4. Chronisches Fieber
    Es hält länger als 2 oder 3 Wochen an. Es kann auf chronische Erkrankungen hindeuten. Eine genaue Untersuchung der Katze ist dabei dringend notwendig.

Symptome bei Katzen

Es ist schwierig zu erkennen, ob eine Katze erhöhte Temperatur hat und eine Messung notwendig ist. Warme Ohren oder Pfoten sind nicht zwingen ein Hinweis auf erhöhte Körpertemperatur. Dafür gibt es andere Symptome, denen Du Beachtung schenken solltest. Allen voran verhält sich Deine Katze nicht wie gewohnt. Unter Umständen verschmäht sie das Futter. Sie verkriecht sich, schläft sehr viel und will nicht spielen. Hat eine Katze hohes Fieber, beginnt sie zu zittern, wirkt schwach und schlapp. Erhöhte Körpertemperatur führt außerdem zu einer schnelleren Atmung. Der Gang der Katze kann steif wirken. Erhöhte Körpertemperatur kann zusätzlich zu so genanntem Fieberkot führen. Dieser ist im Gegensatz zum normalen Kot trocken und fest. Stellst Du andere Symptome an deiner Katze fest, wie zum Beispiel Durchfall, Erbrechen, Schmerzen, Niesen oder Fellverlust, kann eine Messung der Temperatur angezeigt sein, um der Grunderkrankung auf die Spur zu kommen.

Begleiterscheinungen bei sehr hoher Temperatur

Bei sehr hoher Temperatur wirkt die Katze zunehmend teilnahmslos. Sie verkriecht sich, kauert sich zusammen und verweigert jedes Futter. Gefährlich wird es, wenn sie außerdem das Trinken verweigert. Auch Katzen können Schüttelfrost bekommen. Das deutet daraufhin, das die Temperatur sogar noch ansteigen könnte. Beachten solltest Du, das auch kranke Katzen Schnurren. Das deutet nicht darauf, das sich die Katze wohlfühlt. Im Gegenteil, man geht davon aus, das die Katze mit dem Schnurren versucht, sich selbst zu beruhigen.

Ursachen

Zu den harmloseren Gründen für erhöhte Temperatur gehören: Stress, große Wärme oder ein körperliches Unwohlsein. Auch notwendige Impfungen oder leichte Infektionen verursachen mitunter erhöhte Temperatur. Hält diese über mehr als einen Tag an oder kehrt wieder, sind die Ursachen schwerwiegender. Zu Grunde liegen können Katzenkrankheiten wie Katzenseuche, Katzenschnupfen oder durch Parasiten verursachte Infektionen wie Toxoplasmose. Entzündliche Erkrankungen gehen ebenfalls mit erhöhter Körpertemperatur einher. Darunter zählen: Bauchspeicheldrüsenentzündung, Leberentzündung., Abszesse, Herzmuskel-Entzündung, Hirnhaut-Entzündung oder Lungenentzündung.
Nach Verletzungen oder Unfällen tritt ebenfalls erhöhte Temperatur auf. Für eine chronische Erhöhung der Körpertemperatur können Tumoren, Probleme mit der Schilddrüse, aber auch Medikamente verantwortlich sein.

Die richtige Behandlung

Hat Deine Katze nur eine leicht erhöhte Temperatur, kannst du versuchen sie mit Hausmitteln zu senken. Bringe Deine Katze in einen ruhigen, kühlen, dunklen Raum. Sinnvoll ist ein gefliester Fußboden. Dieser leitet die Körperwärme der Katze ab, wenn sie darauf liegt. Manchmal suchen Katzen auch von sich aus solche kühlen Plätze auf um sich abzukühlen. Wichtig ist der freie Zugang zu Wasser. Versuche immer wieder Deine Katze dazu zu bringen, zu trinken. Es ist sehr wichtig, das Deine Katze nicht austrocknet. Eventuell könnte auch eine Elektrolytlösung hilfreich sein, befrage dazu deinen Tierarzt. Insbesondere wenn Durchfall und oder Erbrechen ein weiteres Symptom sind. Gib Deiner Katze keine Milch. Milch kann zu Durchfällen führen, da Katzen die darin befindliche Laktose nicht gut vertragen könnten. Biete Deiner Katze etwas zu fressen an. Verschmäht sie ihr normales Futter, versuche es mit etwas püriertem Thunfisch oder einem Futter, das sie sonst nur als Belohnung bekommt. Mische unter das Futter etwas Wasser, damit sie den Brei leichter aufnehmen kann.

Hat Deine Katze eine sehr hohe Temperatur oder bleibt sie länger als 24 Stunden über 39 Grad, bringe sie zu einem Tierarzt. Dieser wird Deine Katze genau untersuchen, Test durchführen und herausfinden, was ihr fehlt. Die Behandlung richtet sich dann nach der Grunderkrankung. Gib Deiner Katze die vom Tierarzt verschriebenen Medikamente sorgfältig und genau nach Anweisung. Nicht für Katzen geeignet sind Fiebermittel für Menschen, sie sind für Katzen giftig und sollten, wenn überhaupt, nur nach vorheriger Absprache mit dem Tierarzt verabreicht werden. Beim Tierarzt gibt es spezielle Fiebermittel für Tiere.

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