Kurzinfo

Katzen kratzen aus unterschiedlichen Gründen gerne an Möbeln. Es ist ein artgerechtes Katzenverhalten und gehört zum Verhaltensrepertoire einer Katze. Außerdem benötigt eine Katze scharfe Krallen, um Beute zu fangen, zum Festhalten und zur Verteidigung. Glücklicherweise lassen sich Katzen bei entsprechender Konsequenz leicht umgewöhnen. Das Zerstören der Möbelstücke geschieht ja nicht aus einer bösen Absicht. Es ist die Art von Katzen auf manche Dinge aufmerksam zu machen oder auch eine Reaktion der Katze auf bestimmte Gegebenheiten. Konsequenz und ausreichende Alternativen helfen Dir, die Katze dazu zu bringen, ihre Krallen am Kratzbaum zu wetzen.

Mögliche Ursachen

Es gibt mehrere Gründe, warum Katzen ihre Krallen an Möbeln wetzen und einige Möglichkeiten ihnen das abzugewöhnen. Das Wetzen der Krallen ist ein Verhalten, das eine Katze instinktiv zeigt. Es lässt sich nicht abgewöhnen. Du kannst jedoch herausfinden warum und wann die Katze dieses Verhalten zeigt und entsprechende Alternativen anbieten.

Langeweile und Spiel

Ein Grund für das Krallen wetzen an Deinen Möbeln, kann einfach Langeweile sein oder der Spieltrieb der Katze. Beim Spielen und Krallen wetzen lernen Katzen Bewegungsabläufe, die sie für die Jagd benötigen. Die Katzen haben nichts tun. Das Futter wird serviert, Mäuse zum Jagen sind meist nicht vorhanden und sonst gibt es auch keine Abwechslung für die Katze. Sie sucht sich eine Beschäftigung. Wenn nichts anderes vorhanden ist, wird sie sich für die Möbel entscheiden.

Stress

Katzen benötigen ein Stressventil. Katzen, die Stress haben, suchen sich eine Möglichkeit Stress abzubauen. Hat die Katze keine Alternative, bleiben ihr nur die Möbel. Sie baut ihren Stress durch das Kratzen an den Möbeln ab. Es handelt sich um eine Art Übersprunghandlung. Beutefangen, Flüchten und Kämpfen gehört zu einem Katzenleben dazu. Katzen, die keine Möglichkeiten haben, das auszuleben bauen ihre überschüssige Energie auf eine andere Art und Weise ab. Sie toben sich an Deinen Möbeln aus.

Markieren

Katzen markieren ihr Revier und Bereiche, die ihnen gefährlich erscheinen. In den Pfoten befinden sich Drüsen, die Duftstoffe produzieren. Diese Duftstoffe geben sie beim Wetzen der Krallen an die Möbel ab und markiere so ihr Revier. Die geschieht zum einen durch Geruch und zum anderen durch das Zerkratzen dieser Stellen. Daher finden sich Kratzspuren häufig an Fenstern oder Türen. Feinde könnten hier eindringen und für die Katze gefährlich werden. Also markiert sie diese Stellen.

Strecken

Befindet sich die zerkratzte Stelle in der Nähe des Schlafplatzes der Katze, dient das Festkrallen dem Strecken. Wenn Katzen aufstehen, haben sie ähnlich wie Menschen, das Bedürfnis sich zu strecken. Sie entscheiden sich für einen Ort, der sich in der Umgebung ihres Schlafplatzes befindet, um sich ausgiebig zu strecken. Du bist von diesen Schäden durch die Dehnungsübungen Deiner Katze vermutlich nicht so begeistert.

Körperpflege

Stubentiger verbringen im Durchschnitt vier Stunden am Tag mit der Körperpflege, auf die sie viel Wert legen. Das Wetzen der Krallen sorgt dafür, dass alte Krallenhüllen abfallen. Dafür benötigt die Katze jedoch eine raue Oberfläche und was eignet sich hierfür besser als Deine Möbel. Also biete Deiner Katze einen geeigneten, katzengerechter Kratzbaum.

Tipps

Ersatz

Am einfachsten ist es, wenn Du Deinen Stubentiger vom ersten Tag daran gewöhnst, nicht überall ihre Krallen zu wetzen. Die einfachste Variante ist natürlich, einen Kratzbaum aufstellen. Du solltest darauf achten, dass der Kratzbaum aus einem Material ist, das Katzen mögen. Mit Sisal umwickelte Stämme oder Holzstücke werden von Katzen meist sehr gut angenommen. Kratzbaum, Kratzbrett oder Kratzmatte, Du hast die Wahl und kannst Deinem Stubentiger eine Alternative zum Krallen wetzen an den Möbeln bieten. Zum Abgewöhnen kann auch das Umwickeln der Möbelstellen mit Frischhaltefolie hilfreich sein. Bei Tapeten kannst Du ein Stück Alufolie darüber kleben. Beide Materialien mögen Katzen für gewöhnlich nicht und werden das Kratzen an diesen Stellen unterlassen.

Beschäftigung

Du solltest Spielzeiten mit Deinem Stubentiger einplanen. Das Spielen bietet Abwechslung und macht müde. Die Katze empfindet weniger Langeweile und genießt eine ruhige Schlafzeit, nachdem sie sich ausgetobt hat. Kratzbaum oder Kratzbrett solltest Du an gut zugänglichen Stellen dort aufstellen, wo sich die Katze gerne aufhält. Denk daran, Katzen brauchen Zeit, sich an neue Spielsachen oder andere Dinge zu gewöhnen. Das bedeutet, Du brauchst Geduld. Animiere Deine Katze, den Kratzbaum zu benutzen. Das funktioniert durch Spiele am Kratzbaum meist sehr gut. Sollte sich Deine Katze wieder den Möbeln zuwenden, setzt Du sie auf den Kratzbaum. Deine Reaktion sollte möglichst schnell und vor allem zeitnah erfolgen, damit die Katze lernen kann, was Du von ihr möchtest. Grundsätzlich solltest Du ruhig bleiben und die Katze loben, wenn sie sich mit dem Kratzbaum beschäftigt. Eine Möglichkeit ist eine Spielsequenz folgen zu lassen oder den Stubentiger mit Leckerlis bestätigen.

Hilfsmittel

Falls Deine Katze den Kratzbaum oder das Kratzbrett nicht annimmt, kannst mit ein paar Tropfen Katzenminze nachhelfen. Katzen lieben diesen Duft und werden sich mit dem Kratzbaum oder dem Brett beschäftigen. Bestrafen solltest Du Deinen Stubentiger nicht. Du störst die Beziehung zu Deiner Katze. Sie versteht nicht, warum Du tobst und sie anschreist. Ein bestimmtes „nein“ reicht völlig aus. Setze Deine Katze an den Kratzbaum und lobe sie sofort, wenn sie dort weiter kratzt. Dein Stubentiger wird sehr schnell lernen und Deine Möbel verschonen.

Wenn Deine Katze alleine ist

Was kannst Du tun, wenn Du Deine Katze alleine zu Hause lassen musst und die Wohnung bei Deiner Rückkehr zumindest annähernd so aussehen soll, wie Du sie verlassen hast? Bevor Du die Wohnung verlässt, gönnst Du Dir und Deiner Katze eine Spiel- und Schmusezeit. Vermutlich wird sie schnurrend und zufrieden schlafen, bis Du wieder kommst. Wenn es einen Raum gibt, in welchem Gegenstände und Möbel besonders gefährdet sind, kannst Du die Türe schließen. Besteht diese Möglichkeit nicht, dann lege Dinge auf die Möbel, die bei Bewegung herunterfallen und Lärm machen. Blechspielzeug oder leere Dosen eignen sich hierfür sehr gut. Einige Gerüche schrecken Katzen ab. Platziere Thymian, Lavendel oder Zitronenschalen in die Nähe der Kratzstellen. Dein Stubentiger wird das Weite und einen anderen Ort zum Kratzen suchen. Sorge dafür, dass genügend Katzenspielzeug vorhanden ist und dieses solltest Du auch hin und wieder austauschen. Katzen sind sehr neugierig und lieben Abwechslung jeder Art. So kommt nie Langeweile auf und der Stubentiger kann sich austoben. Zufrieden und ausgelastet, lässt die Katze Deine Möbel in Ruhe.

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