Was ist ein Pica-Syndrom?

Beim Pica-Syndrom handelt es sich um eine Verhaltensstörung bei Katzen, die psychischer Natur sein kann oder aufgrund von Krankheiten und Mangelerscheinungen entsteht bzw. begünstigt wird. Dabei leitet sich der lateinische Begriff „Pica“ vom Wort Elster ab, da dieser Vogel dafür bekannt ist alles aufzusammeln. Ähnlich verhält es sich bei einer Katze mit Pica-Syndrom. Eine betroffene Katze zeigt ein zwanghaftes Verhalten auf, indem sie unverdauliche Stoffe frisst. Dabei handelt es sich häufig um Teppiche, Textilien oder Wolle aber auch um Plastik, Gummi bis hin zu Katzenstreu oder Holz.

Pica-Syndrom

Pica-Syndrom bei Katze richtig erkennen

Ein Pica-Syndrom zeichnet sich insbesondere darin aus, dass eine betroffene Katzen zwanghaft und anhaltend Textilien oder andere unverdauliche Dinge frisst. Wenn eine Katze mal an einem Kabel oder einer Zimmerpflanze knabbert handelt es sich daher nicht direkt um dieses Syndrom. Hier sollte man klar abgrenzen. Jungtiere sind in der Regel sehr neugierig, so dass es durchaus vorkommen kann, dass sie mal etwas anknabbern. Auch in diesem Fall handelt es sich nicht direkt um das Pica-Syndrom. Bei Katzen zwischen dem 2. und 8. Lebensmonat beginnt häufig dieses Syndrom. Anfangs wird Wolle gefressen. Wobei von Experten vermutet wird, dass das Wollfett an das Fell der Katzenmutter erinnert. Wenn die Katze dieses Fehlverhalten dann einmal verfestigt hat, führt dies auf Dauer dazu, dass auch andere synthetische Fasern gefressen werden.

Pica-Syndrom

Ursachen

Wie bereits kurz erwähnt, kann es für die Entstehung vom Pica-Syndrom verschiedene Ursachen geben. Grundsätzlich unterscheidet man hier zwischen psychischen und organischen Ursachen. Eine Ausnahme bildet hier die genetische Komponente. So zeigen Studien aus dem Jahr 2002, dass es Rassen gibt, die für dieses Syndrom anfälliger sind als andere Katzenrassen. Bei den untersuchten Katzen aus der Studie waren von dieser Verhaltensauffälligkeit 28 Prozent der Burmakatzen und 55 Prozent der Siam-Katzen betroffen. Somit leiden Siam-Katzen besonders häufig daran bzw. sind für das Pica-Syndrom anfälliger.

– Psychische Ursachen
Weitere mögliche Ursachen können Langeweile und Stress sein. Begünstigt wird Stress bei Katzen zum Beispiel durch einen Umzug in eine neue Wohnung, einen Halterwechsel, wenn eine neue Person in den Haushalt eingezogen ist oder wenn sich generell etwas am gewohnten Umfeld verändert hat. Es gibt aber auch Katzen, die das Pica-Syndrom entwickeln, um von ihrem Frauchen oder Herrchen mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Des Weiteren können ein zu frühes Abstillen der Katze oder eine zu frühe Trennung vom Muttertier diese Erkrankung begünstigen. Weitere Ursachen sind eine abnormale Bindung zur Haltung und Trennungsangst. Auch zu viel Zuneigung seitens des Katzenhalters kann zu dieser Verhaltensaufälligkeit führen.

– Organische Ursachen
Neben den psychischen Ursachen können auch organische Ursachen für diese Verhaltensstörung verantwortlich sein. Dazu gehören oftmals Mangelerscheinungen, wie zum Beispiel Eisenmangel bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen wie Leber- und Nierenschäden. Hier sollten die weiteren Behandlungsmöglichkeiten unbedingt mit einem Tierarzt abgeklärt werden. Handelt es sich schlussendlich um einen Mangel kommen Nahrungsergänzungsmittel zum Einsatz um das Pica-Syndrom zu therapieren. Eine Ernährungsumstellung kann auch hilfreich sein. Dies kann je nach Einzelfall natürlich anders bewertet werden, weshalb ein Tierarztbesuch immer erfolgen sollte. Schließlich kann nur so herausgefunden werden, welche Ursache der Erkrankung zugrunde liegt.

Pica-Syndrom

Dinge, die Katzen mit Pica-Syndrom häufig verzehren:

  • Schuhbänder oder ähnliche Fäden
  • Stoff
  • Gummi
  • Papier, Pappe
  • Katzenstreu
  • Holz
  • Klebeband
Pica-Syndrom

Was tun?

– Stoffe eliminieren
Der erste Schritt besteht beim Pica-Syndrom immer darin alle unverdaulichen Materialien zu entfernen, die die Katze frisst. Der Verzehr ist für die Katze nämlich nicht nur ungesund, er kann auch schwerwiegende Verletzungen und Erkrankungen zur Folge haben, wie zum Beispiel einen Darmverschluss. Schließlich können so Fremdkörper in Magen und Darm gelangen, die dann nur noch mittels chirurgischem Eingriff entfernt werden können. Leider ist es nahezu unmöglich alle Textilien im Haushalt vor der Katze zu verstecken. Deswegen gibt es noch eine weitere effektive Möglichkeit die Katzen vom Fressen dieser Stoffe abzuhalten. Es gibt nämlich bestimmte Substanzen, die Katzen als unangenehm empfinden. Mit diesen Dingen können die Gegenstände eingerieben oder eingesprüht werden. Dabei kann es sich zum Beispiel um Katzen-Fernhaltespray handeln. Knabbert die Katze auch auf anderen Gegenständen rum oder frisst sie diese sogar, sollten natürlich auch diese aus der Reichweite der Katze verschwinden.

– Stress reduzieren
Wird diese Verhaltensstörung durch Stress ausgelöst, sollte dieser natürlich so gut wie möglich reduziert werden. Wichtig ist immer, dass die Katze genug Aufmerksamkeit bekommt und Spielmöglichkeiten hat, damit sie sich nicht langweilt. Streicheleinheiten sollten natürlich auch nicht zu kurz kommen. Wird die Katze alleine gehalten, sollte über die Anschaffung von einer Zweitkatze als Spielgefährte nachgedacht werden. Grundsätzlich sollte man das Umfeld der Katze genau beobachten, um alle möglichen Stressauslöser zu eliminieren. Eine weitere sehr beliebte Beschäftigungsmöglichkeit ist das Clicker-Training. Auch dies eignet sich bestens zur Auslastung und Beschäftigung der Katze. In diesem Bereich gibt es inzwischen zahlreiche Anleitungen und Einsteiger-Ratgeber. Durch das Training wird auch gleichzeitig noch die Bindung zum Tier gestärkt.

– Fütterung anpassen
Oftmals kann eine Futterumstellung die Linderung oder Behebung des Syndroms begünstigen. Empfohlen wird Futter mit einem hohen Rohfaser-Anteil. So kann die zusätzliche Gabe von Trockenfutter sinnvoll sein, da dies in der Regel einen hohen Rohfaseranteil aufweist. Des Weiteren sollte Futter verfüttert werden, welches den Mahlzeiten in der freien Natur entspricht. Das können beispielsweise große Fleischbrocken oder Hühnerhälse sein, so dass die Katze mehr zu knabbern und kauen hat. Für Abwechslung wird außerdem gesorgt wenn mehrere Futterportionen über den Tag verteilt verfüttert werden und das Futter in der Wohnung verteilt wird anstelle eines Napfes, der immer an gleicher Stelle steht. Der Drang zu knabbern und schlecken kann durch Kunststoffbälle mit Öffnungen gestillt werden, die mit Leckerchen wie spezielle Paste für Katzen oder Leberwurst bestrichen werden. Das sorgt für Beschäftigung und Abwechslung.

 

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