Er ist ein echter Blickfang für jedes Aquarium: Der Zwergkugelfisch. Dies ist nicht verwunderlich, denn die Gestalt von Carinotetraodon travancoricus scheint dem Kindchenschema zu folgen – Kopf und Augen sind stark ausgeprägt. Wie um ihn zu begrüßen schaut er den Menschen mit seinen großen Augen durch die Aquariumscheibe an.

Der Zwergkugelfisch hat einen ausgeprägten Charakter: Manche Exemplare geben gerne den Chef im Aquarium, indem sie erbitterte Revierkämpfe ausfechten und nach fremden Flossen schnappen. Andere Artgenossen sind hingegen ruhige und verträgliche Zeitgenossen. Dennoch sollte man generell auf eine Vergesellschaftung mit anderen Arten verzichten. Bei der Haltung einer kleinen Gruppe im Artbecken ist darauf zu achten, dass keines der gelb gefärbten und dunkel gefleckten Individuen zu kurz kommt.

Schnecken sind seine Leibspeise

Der Zwergkugelfisch ist ein Gourmet, er frisst am liebsten kleine Schnecken wie Blasen- oder Posthornschnecken und andere Kleintiere wie Mückenlarven. Die Natur hat den außergewöhnlichen Fisch ganz für diese hartschalige Kost ausgelegt. Das Besondere: Er hat vier nachwachsende Zähne, ideale Werkzeuge für diese Art von Nahrung. Wer mit Zwergkugelfischen für sein Aquarium liebäugelt, muss sich also gut überlegen, ob und wie er Schnecken züchten oder andere Kleintiere zum Verfüttern beschaffen kann. Tierfreunde, die sich für die ursprünglich in Indien und Sri Lanka beheimateten Fische entscheiden, sollten Erfahrung in der Aquaristik mitbringen.

Der Zwergkugelfisch gehört zur großen Familie der Kugelfische, von denen einige als Speisefische genutzte Arten für ihre extreme Giftigkeit bekannt sind. Diese können das Nervengift Tetrodotoxin offenbar allein mithilfe von Bakterien aus der Nahrung bilden, das sich dann in verschiedenen Körperteilen ansammelt. Im Aquarium geht von dem kleinen „Giftzwerg“ diesbezüglich aber keine Gefahr aus.

Fische dieser Art lieben einen Bodengrund aus Sand, in dem sie sich eingraben und auf Beute lauern können. Sie benötigen Versteckmöglichkeiten und bevorzugen eine dichte Bepflanzung zum Beispiel mit Javamoos und -farn – entsprechend der ursprünglichen Heimat, wo sie in krautigen Gewässern leben. Zum „Knabbern“ und um die Abnutzung der Zähne zu unterstützen können auch einige Schieferplatten eingebracht werden.

Zwergkugelfische können recht viel auf einmal fressen, dadurch erhöht sich der Stoffwechsel, was einen höheren Sauerstoffgehalt im Becken erforderlich macht. Bei artgerechter Haltung können Zwergkugelfische bis zu fünf Jahre alt werden. (Fressnapf)

Bildquelle:

  • Carinotetraodon_travan ID63096 1: @ Fressnapf/Ulrike Schanz