Kurzinfo

Da Kaninchen sehr scheue, schreckhafte und ängstliche Tiere sind, musst Du unbedingt darauf achten, dass Dein Kind vom Charakter her zu einem Kaninchen passt. Ebenfalls musst Du bedenken, dass Kaninchen nicht alleine gehalten werden dürfen, sondern einen artgleichen Partner brauchen sowie sehr viel Platz.

Ein handelsüblicher Käfig ist hier leider nicht ausreichend. Besorge am besten einen Käfig der mindestens 30% größer ist, als im Tierhandel üblich.

Harmonieren Kaninchen und Kinder?

In erster Linie muss man wissen, dass Kaninchen dämmerungs- und nachtaktive Tiere sind. Das bedeutet, dass sie genau dann aktiv sind, wenn Dein Kind ruht, oder sogar schon im Bett ist. Im Umkehrschluss bedeutet dies, wenn Dein Kind gerade am aktivsten ist, und auch die Zeit hat zum Füttern, streicheln oder beobachten, schlafen Kaninchen in der Regel.

Du musst Dir hier natürlich sehr gut überlegen, ob Dein Kind alt genug und auch reif genug ist, um sich ordentlich um sein Kaninchen kümmern zu können. Es ist unabdingbar, dass Du mit Hand anlegst, wenn es um die Reinigung des Käfigs, das Wechseln des Wassers oder des Fütterns mit frischer Nahrung geht. Denn Du solltest Dir auch bewusst sein, dass Du Dein Kind nicht unbeaufsichtigt diese Dinge tun lassen solltest.

Ein hohes Verantwortungsbewusstsein für den Umgang mit einem anderen Lebewesen und die Sorgfalt auch an stressigen Tagen, sich um euer Kaninchen zu kümmern, sollte stets gegeben sein. Du solltest vorab auch mit Deinem Kind darüber sprechen, dass das Kaninchen kein Spielzeug und Kuscheltier ist, sondern ein lebendes Tier mit allen Bedürfnissen sowie auch Ängsten.

Hierbei musst Du besonders darauf achten, dass Kaninchen nicht gerne hoch genommen werden. Kaninchen „ducken“ sich, wenn sie hoch gehoben oder getragen werden, was oft missverstanden wird als Zuneigung, wenn Sie sich an Deine Brust pressen. Dieses Verhalten nennt man auch „Ausharrstarre“ denn Kaninchen empfinden das Hochheben oder Festhalten als Gefahr. Hierbei reagieren sie mit beschleunigtem Puls und schneller Atmung, einem starren Blick und aufgerissenen Augen.

Da diese Situation von Kaninchen als Beutetiere üblich ist, und der Mensch aus Reflex den Griff lockert, kann es hier zu einer Selbstbefreiungsaktion des Kaninchens kommen, indem es heftig zappelt und kratzt. Durch den Schrecken lockert der Mensch den Griff noch weiter wobei es hier dazu führen kann, dass das Kaninchen einen unkontrollierten Sprung in die Tiefe wagt. Aber hier ist extreme Vorsicht geboten! Kaninchen können sich durch so einen Fall das Rückgrat brechen.

Auch kommt es vor, dass Kaninchen sich für den Menschen gefühlt, an das Hochheben und Tragen gewöhnen, aber dies erweckt nur den Anschein. Das Kaninchen hat sich lediglich seinem Schicksal gefügt, aber es leidet dennoch weiterhin.

Tipps für einen harmonischen Umgang

Um ein schönes Miteinander zu gestalten, ist es äußerst wichtig die Signale zu verstehen, die Dir euer Kaninchen gibt. Kaninchen besitzen einen äußerst ausgeprägten Fluchtinstinkt, der schon bei schnellen oder unkontrollierten Armbewegungen ausgelöst wird. Ebenso solltest Du darauf verzichten Dich plötzlich zu nähern oder das Tier von oben zu Greifen.

Es dauert sehr lange bis dein Kaninchen Vertrauen zu Dir gefasst hast. Dieses Vertrauen ist aber extrem zerbrechlich. Eine falsche Bewegung und Dein Kaninchen hat sein ganzes Vertrauen verloren. Ebenfalls dürft ihr euer Kaninchen niemals in seinem Bewegungswunsch einschränken, durch z. B. festhalten.

Natürlich kann Dein Kind auch mit seinem Kaninchen spielen, die meisten Kaninchen mögen gerne Spiele die mit Nahrungssuche gestaltet werden wie z. B. Nahrungsbällen. Diese kannst Du ganz bequem in jedem Tierbedarfsgeschäft kaufen. Zum natürlichen Verhalten von Kaninchen gehört das Springen, Laufen, Graben/Scharren sowie das Knabbern und das Verstecken. Wenn Du darauf achtest, diese Aspekte im Spiel unterzubringen, wird es Dir Dein Kaninchen danken.

Du kannst z. B. auch eine Kiste mit Sand oder Erde füllen, um so ihrem natürlichen Instinkt des Scharrens gerecht zu werden. Auch eine Plastikschüssel mit Papierschnipseln oder Stroh gefüllt kann dieses Verlangen stillen.

Fazit

Kinder und Kaninchen sind schwer miteinander zu kombinieren. Du musst vor der Anschaffung Dir darüber im Klaren sein, dass Du ebenfalls viel Zeit mit der Hege und Pflege des Kaninchens aufwenden musst, da Du Dein Kind nicht alleine mit dem Kaninchen lassen kannst.

Du kennst Dein Kind am besten! Ist es verantwortungsbewusst genug und verliert nicht zu schnell Interesse an Dingen, steht eurem Wunsch nach einem Kaninchen nichts im Wege!

Bildquelle:

  • Passen Kaninchen und Kinder zusammen?: #253478551 - © gpointstudio - AdobeStock