Freilebende Kleintiere langweilen sich nie: Auf der Suche nach Nahrung bleiben sie ständig in Bewegung und legen so täglich mehrere Kilometer zurück. Sie sind permanent auf der Hut vor Fressfeinden, halten ihre Unterkünfte sauber und sind zudem noch mit der Brutpflege beschäftigt.

In unserer Obhut verändert sich ihr Lebensalltag allerdings: Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster & Co. müssen nichts mehr selber machen. Wir richten ihnen ihr Zuhause ein, sorgen für die nötige Hygiene und geben ihnen ausreichend zu essen. Das ist einerseits komfortabel, kann aber auch negative Folgen haben: Die Tiere langweilen sich schnell, werden träge und schlimmstenfalls krank. Damit das nicht passiert, muss der Halter also nicht nur für lebensnotwendiges Zubehör und Nahrung, sondern auch für die passende Anregung der Tiere sorgen.

Kleintiere brauchen Artgenossen

Kleintiere sollten grundsätzlich immer mit Artgenossen gehalten werden, Paarhaltung ist das Minimum. Bei vielen Arten, wie zum Beispiel bei Kaninchen und Meerschweinchen, ist eine Gruppenhaltung sogar noch empfehlenswerter. So fühlen sich die Tiere sicherer, können gemeinsam spielen, sich gegenseitig pflegen und ihre sozialen Bedürfnisse erfüllen. Nur der Hamster bleibt lieber allein.

Mischen sollte man die verschiedenen Tierarten aber nicht: Artfremde Tiere sind kein Ersatz für eigene Artgenossen. Die in ihrer Kommunikation sehr unterschiedlichen Tiere kommen in der Regel nicht besonders gut miteinander aus. Wenn sich beispielsweise Kaninchen und Meerschweinchen ein Zuhause teilen müssen, gehen sie sich möglichst aus dem Weg. Ist das nicht möglich, versuchen sie sich zu arrangieren, beide Arten stehen dabei allerdings unter Dauerstress.

Ein möglichst großes Zuhause

Die meisten Kleintiere werden in Ställen gehalten. Wie groß das entsprechende Kleintierheim sein muss, hängt von der Tierart und der Anzahl der Tiere ab. Grundsätzlich gilt: Je größer die Fläche des Stalls und des Auslaufs, desto besser. Wer nicht so viel Platz hat, kann bei einigen Tierarten, wie beispielsweise Meerschweinchen, Ratten oder Hamstern, nach oben ausweichen und ihnen ein mehrstöckiges Heim einrichten. Erhöhte Liegeflächen und Rampen mögen diese Tierarten sehr gerne. Das Heim der Tiere sollte möglichst abwechslungsreich eingerichtet sein.

Neben Futter- und Wassernäpfen sowie anderen Basics sollten immer auch mehrere Häuschen und Versteckhöhlen vorhanden sein. Diese werden von vielen Arten, wie beispielsweise Kaninchen, nicht nur zum Schlafen, sondern auch zum „Übersichtsliegen“ genutzt. Viele Tierarten buddeln gerne, was man ebenfalls berücksichtigen sollte. Den Boden im Hamsterheim sollte man deshalb nicht nur mit einer saugfähigen Kleintierstreu bedecken, sondern auch mit Heu und Stroh. Eine Schüssel mit Sand ist für Tiere wie Chinchillas und Hamster ebenfalls Pflicht, da sie darin „baden“. Grundsätzlich sollte man sich dabei immer nur für Chinchilla-Sand aus dem Fachhandel entscheiden.

Ohne Freilauf geht es nicht

Selbst ein perfektes Kleintierheim kann den Tieren den täglichen Auslauf nicht ersetzen. Dieser sorgt nicht nur für mehr Bewegung, sondern dient auch der Befriedigung des natürlichen Erkundungsverhaltens. Je nach Tierart sollte er im tiersicheren Zimmer oder einem Innen- bzw. Außengehege erfolgen. Ideal ist es, wenn Stall und Auslauf miteinander kombiniert sind, sodass die Tiere selbst entscheiden können, wann und wie lange sie sich bewegen.

Auch der Freilauf sollte nicht karg, sondern mit verschiedenen Einrichtungsgegenständen wie Tunnel, Häuschen und Brücken eingerichtet sein. Unser Tipp: Nie zu viel in den Auslauf stellen, dafür lieber öfter mal etwas Neues. Denn fast alle Kleintiere sind sehr neugierig und freuen sich über eine immer wieder neu zu entdeckende Umgebung. (Fressnapf)

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