Wie funktioniert eigentlich das Zusammenleben von Kleintieren? Experten der Fachmarktkette Fressnapf erklären am Beispiel von Meerschweinchen, wie die Vergesellschaftung gelingen kann.

Am einfachsten klappt die Integration eines neuen Meerschweinchens, wenn die Tiere noch jung sind. Doch auch ältere Tiere können gut miteinander auskommen. So sind Meerschweinchen grundsätzlich bereit, neue Tiere in der Gruppe zu akzeptieren, allerdings muss in jedem Fall zunächst die Rangordnung geklärt werden.

Das erste Treffen sollte daher auf neutralem Boden erfolgen. Am besten bereitet man dafür einen neuen Auslauf vor. Am besten an einer Stelle in der Wohnung oder im Garten, die von den Tieren noch nicht „in Besitz“ genommen wurde. Der Auslauf sollte ausreichend groß sein. Ein Quadratmeter pro Tier – besser zwei – ist das Minimum. So fühlen sich die Tiere nicht eingeengt und können sich bei Bedarf gut aus dem Weg gehen.

Wichtig sind außerdem mehrere Versteckmöglichkeiten. Im Auslauf sollten auch Futter und Wasser angeboten werden und die Futterstellen so platziert sein, dass auch der Neuankömmling eine Chance bekommt, etwas zu fressen. Vorrangig geht es hier nicht um die Nahrungsaufnahme. Die Futterstellen dienen vor allem als Beschäftigung, sodass die Meerschweinchen voneinander abgelenkt werden und die Tiere – sobald sich die erste Aufregung gelegt hat – zur Tagesordnung übergehen können.

Werden die Meerschweinchen in den Auslauf gelassen, kann es zunächst ziemlich wild zugehen, denn die Rangordnung muss neu festgelegt werden. Und da gehört es dazu, dass sich die Meerschweinchen gegenseitig jagen, nacheinander schnappen, Klappergeräusche machen und weiteres Imponiergehabe an den Tag legen.

Das mag für Außenstehende bedrohlich wirken, das ist es aber meistens nicht. Eingreifen muss der Mensch nur, wenn sich die kleine Rangelei in eine echte Beißerei verwandelt. Denn auch bei Tieren gilt: Die Sympathie entscheidet. Manche Tiere werden nie miteinander warm, auch das muss der Halter akzeptieren. In den meisten Fällen heißt es aber schon nach sehr kurzer Zeit: Willkommen im Rudel, Fremder!

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